Ingenieurbüro mit Eurocode Schnee und Windlastberechnung für Solarstruktur
10 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 14. Oktober 2026

Schnee- und Windlast nach DIN EN 1991 berechnen für PV-Anlagen und Solarcarports

So bestimmen Sie Ihre Schneelastzone (DIN EN 1991-1-3) und Windzone (DIN EN 1991-1-4) für Carport, PV-Überdachung oder Freiflächenmodule. Mit Werten für München, Berlin, Hamburg, Stuttgart.

Ingenieurbüro mit Eurocode Schnee und Windlastberechnung für Solarstruktur
Reale Berechnungsakte Klimatische Lasten, Strukturmodell und Standortannahmen werden zusammen geprüft.
Infografik zu Schnee und Windzonen für Eurocode Bemessung
Zone, Höhe, Exposition Die Gemeinde allein reicht nicht aus: Höhe und Rauigkeit verändern die Lasten.
Schema der Schnee Wind und Auftriebslasten auf Solarcarport
Kombinierte Einwirkungen Die Struktur wird auf Lastabtrag, Auftrieb und Durchbiegung geprüft.

Kurz beantwortet. In Deutschland ergeben sich die Lasten auf PV-Anlagen, Solarcarports und PV-Überdachungen aus DIN EN 1991-1-3 (Schnee) und DIN EN 1991-1-4 (Wind) mit ihren Nationalen Anhängen. Es gibt fünf Schneelastzonen (1, 1a, 2, 2a, 3) mit Sockelwerten der charakteristischen Schneelast am Boden sk von 0,65 bis 1,10 kN/m²; oberhalb einer zonenabhängigen Geländehöhe steigt sk mit der Höhe deutlich an. Für den Wind gibt es vier Windzonen mit Basisgeschwindigkeiten vb,0 von 22,5 m/s (Zone 1) bis 30,0 m/s (Zone 4). Die Schneelast auf der Konstruktion folgt aus s = μi × Ce × Ct × sk, die Windlast aus dem Böengeschwindigkeitsdruck qp multipliziert mit aerodynamischen Beiwerten, die in Rand- und Eckbereichen am höchsten sind. Zone und Höhe Ihres Standorts liefern die Ausgangswerte; erst der projektbezogene Nachweis macht daraus Profile, Stützenabstände und Verankerungen.

Geltungsbereich. Die Beispiele erklären die Vorgehensweise und sind keine Bemessungswerte für Ihr Bauvorhaben. Der Nachweis muss Normen, nationale Anhänge, Standortdaten und geprüfte Annahmen ausweisen. Die Planung ersetzt weder Genehmigungen noch eine gegebenenfalls vorgeschriebene Prüfung der Standsicherheitsnachweise noch die Bedingungen Ihres Versicherungsvertrags.

Eine nicht ordnungsgemäß dimensionierte PV-Struktur ist kein kleines Detail: Schnee und Sturm können leichte Konstruktionen überlasten oder abheben, und im Schadensfall wird nach dem Nachweis gefragt. Die Eurocodes DIN EN 1991-1-3 und DIN EN 1991-1-4 sind mit ihren Nationalen Anhängen über die Verwaltungsvorschriften Technische Baubestimmungen (VV TB) der Länder bauaufsichtlich eingeführt. Jede bauliche Anlage muss standsicher sein — auch dann, wenn sie verfahrensfrei errichtet werden darf.

Dieser Artikel beschreibt die Methodik, mit der die tatsächliche Klimazone eines Standorts bestimmt wird, wie die charakteristischen Werte (sk für Schnee, vb,0 für Wind) abgelesen werden und worauf es bei der Bemessung ankommt. Sie finden hier die 3-Schritt-Methode, drei Standortbeispiele (München, Berlin, Hamburg) und die typischen Fallstricke von “Standard-Carport”-Kits, die mit einer pauschalen “Schneelast-Resistenz” werben — ohne jeden Nachweis.

Warum die DIN EN 1991 für jede PV-Tragstruktur unverzichtbar ist

PV-Tragstrukturen verdienen aus drei Gründen besondere Aufmerksamkeit:

  1. Geringes Eigengewicht. Ein Solarcarport aus Aluminium oder Stahl mit Modulen ist deutlich leichter als ein konventionelles Dach. Die klimatischen Lasten (Schnee, Wind) dominieren, und das Eigengewicht wirkt dem Abheben kaum entgegen.
  2. Wind wirkt auch von unten. Eine offene Überdachung erfährt Druck und Sog auf beiden Seiten; in Rand- und Eckbereichen sind die Beiwerte am ungünstigsten. Ohne ausreichende Verankerung droht das Abheben der Konstruktion.
  3. Schnee liegt nicht gleichmäßig. DIN EN 1991-1-3 unterscheidet Lastfälle mit gleichmäßiger und ungleichmäßiger Verteilung sowie Verwehungen und Anhäufungen an Höhensprüngen und Aufkantungen.

Bei Sunrak wird die Tragwerksplanung vor dem Materialangebot beauftragt und kann unter den unten genannten Bedingungen vollständig auf die Konstruktion angerechnet werden.

Schneelastzonen nach DIN EN 1991-1-3 in Deutschland

Der Nationale Anhang DIN EN 1991-1-3/NA teilt Deutschland in fünf Schneelastzonen ein. Die verbindliche Zuordnung erfolgt nach Gemeinden; das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) veröffentlicht dazu eine Tabelle „Zuordnung der Schneelastzonen nach Verwaltungsgrenzen”, maßgeblich sind die amtlichen Bekanntmachungen der Länder.

Die 5 deutschen Schneelastzonen

ZoneSockelwert skFormel oberhalb des Sockels (A = Geländehöhe in m ü. NN)Sockel gilt bis etwaBeispiele laut DIBt-Tabelle
10,65 kN/m²0,19 + 0,91 × ((A + 140)/760)²400 mKöln, Düsseldorf, Frankfurt am Main
1a0,81 kN/m²Wert der Zone 1 × 1,25400 mMünchen, Ingolstadt
20,85 kN/m²0,25 + 1,91 × ((A + 140)/760)²285 mBerlin, Hamburg, Stuttgart, Kiel
2a1,06 kN/m²Wert der Zone 2 × 1,25285 mGarmisch-Partenkirchen, Mittenwald
31,10 kN/m²0,31 + 2,91 × ((A + 140)/760)²255 mBerchtesgaden, Oberstdorf

Der Zusatz „a” bedeutet, dass die Werte der Zonen 1 bzw. 2 einschließlich der Sockelwerte um 25 % erhöht werden. Für Bayern weist die DIBt-Tabelle zusätzlich auf die Ergebnisse eines Forschungsprojekts des Deutschen Wetterdienstes hin, das zu geänderten Zonenzuordnungen geführt hat; die Zuordnung Ihrer Gemeinde ist deshalb immer in der aktuellen Liste zu prüfen.

Höhenabhängigkeit — der entscheidende Faktor

Oberhalb der in der Tabelle genannten Höhe steigt sk quadratisch mit der Geländehöhe. Ein Beispiel: Ein Solarcarport in Garmisch-Partenkirchen (Zone 2a, rund 700 m ü. NN) ergibt nach der Formel eine charakteristische Schneelast von rund 3,3 kN/m² — etwa das Dreifache des Sockelwerts der Zone 2a. Ein Carport, der für einen Flachlandstandort ausgelegt wurde, ist dort unterdimensioniert.

Norddeutsches Tiefland. Für bestimmte Standorte der Zonen 1 und 2 in der Norddeutschen Tiefebene (in der DIBt-Tabelle mit „Nordd. Tiefld.” gekennzeichnet, z. B. Berlin und Hamburg) ist zusätzlich der 2,3-fache Wert der charakteristischen Schneelast als außergewöhnliche Bemessungssituation nachzuweisen.

Windlastzonen nach DIN EN 1991-1-4 in Deutschland

Der Nationale Anhang DIN EN 1991-1-4/NA teilt Deutschland in vier Windzonen ein. Auch hier erfolgt die Zuordnung nach Verwaltungsgrenzen (DIBt-Tabelle „Zuordnung der Windzonen nach Verwaltungsgrenzen”).

Die 4 Windzonen

ZoneBasisgeschwindigkeit vb,0Beispiele laut DIBt-Tabelle
122,5 m/sRegierungsbezirk Stuttgart, Köln, Ingolstadt
225,0 m/sBerlin, Stadtgebiet Hamburg, Landeshauptstadt München, Kiel
327,5 m/sStadt Bremen, Teile Mecklenburg-Vorpommerns
430,0 m/sLandkreise Aurich, Wittmund, Friesland und Cuxhaven, Emden, Wilhelmshaven

Die Windzone sagt nichts über die Nähe zur Küste allein aus: Das Stadtgebiet Hamburg liegt in Windzone 2, für den Hafen gelten besondere Hamburger Bestimmungen.

Vom Referenzwind zur tatsächlichen Belastung

Die effektive Windbelastung Ihrer Struktur hängt nicht direkt von vb,0 ab, sondern von:

  • vb,0 — Basisgeschwindigkeit der Zone
  • cdir, cseason — Richtungs- und Jahreszeitenbeiwert (im Regelfall 1,0)
  • Geländekategorie bzw. Profil — Binnenland, küstennahe Gebiete, Inseln der Nordsee
  • c0(z) — Topographiebeiwert (Kuppen, Böschungen)
  • Bezugshöhe z der Überdachung

Der Böengeschwindigkeitsdruck folgt aus:

qp(z) = (1 + 7 × Iv(z)) × 0,5 × ρ × vm(z)²

mit ρ = 1,25 kg/m³, mittlerer Windgeschwindigkeit vm und Turbulenzintensität Iv. Für Bauwerke bis 25 m Höhe erlaubt der Nationale Anhang ein vereinfachtes Verfahren mit konstantem qp. Für Bauwerke bis 10 m Höhe im Binnenland ergibt es zum Beispiel 0,50 kN/m² in Windzone 1 und 0,65 kN/m² in Windzone 2; in küstennahen Gebieten und auf den Inseln liegen die Werte höher.

Für freistehende Dächer wie Carports und Stellplatzüberdachungen werden dann Netto-Druckbeiwerte bzw. Kraftbeiwerte nach DIN EN 1991-1-4, Abschnitt 7.3, angesetzt. Sie hängen von Dachneigung, Dachform und dem Versperrungsgrad φ unter dem Dach ab (z. B. geparkte Fahrzeuge, gelagerte Waren); Rand- und Eckbereiche erhalten die ungünstigsten Werte.

Methode in 3 Schritten zur Bestimmung Ihrer Zone

Schritt 1 — Gemeinde und Höhe

Postleitzahl und Adresse liefern die Gemeinde. Die Geländehöhe lässt sich in den Geoportalen der Länder oder beim Bundesamt für Kartographie und Geodäsie ablesen. Unser Projektformular fragt deshalb systematisch den Standort ab.

Schritt 2 — Schneelast- und Windzone ablesen

Aus Gemeinde + Höhe ergeben sich:

  • die Schneelastzone (1, 1a, 2, 2a, 3) und der charakteristische Wert sk — mit Höhenkorrektur oberhalb des Sockels und gegebenenfalls dem Lastfall Norddeutsches Tiefland
  • die Windzone (1–4), die Basisgeschwindigkeit vb,0 und das maßgebende Geländeprofil

Schritt 3 — Lastkombinationen nach DIN EN 1990

Anschließend werden die Kombinationen aus DIN EN 1990 mit Nationalem Anhang gebildet, zum Beispiel:

  • GZT, ständige und vorübergehende Situation: 1,35 × G + 1,5 × S + 1,5 × 0,6 × W (und Varianten mit Wind als Leiteinwirkung)
  • GZT, Abheben: 1,0 × G + 1,5 × W — oft maßgebend für Verankerung und Fundamente leichter Konstruktionen
  • Außergewöhnliche Situation: Schneelast Norddeutsches Tiefland, wo zutreffend
  • GZG: Verformungsnachweise mit projektbezogen festgelegten Grenzwerten

Daraus ergeben sich Profilquerschnitte, Stützenabstände und die Anforderungen an Fundamente oder Verankerungen.

Drei Standortbeispiele

Die folgenden Werte sind illustrativ. Die Schneelast auf der Konstruktion ist für ein Pultdach mit höchstens 30° Neigung berechnet (μ1 = 0,8, Ce = Ct = 1); der Winddruck nach dem vereinfachten Verfahren für Bauwerke bis 10 m im Binnenland.

Standort 1 — München

ParameterWert
GemeindeLandeshauptstadt München
Höhe ü. NNrund 520 m
Schneelastzone1a — sk ≈ 1,09 kN/m² (mit Höhenkorrektur)
Windzone2 — vb,0 = 25 m/s
Schneelast auf 30 m² Dachfläche≈ 26 kN
Böengeschwindigkeitsdruck (vereinfacht)0,65 kN/m²

Standort 2 — Berlin

ParameterWert
GemeindeBerlin
Höhe ü. NNrund 35 m
Schneelastzone2 — sk = 0,85 kN/m², zusätzlich Lastfall Norddeutsches Tiefland
Windzone2 — vb,0 = 25 m/s
Schneelast auf 30 m² Dachfläche≈ 20 kN
Böengeschwindigkeitsdruck (vereinfacht)0,65 kN/m²

Standort 3 — Hamburg

ParameterWert
GemeindeHamburg (Stadtgebiet, ohne Hafen)
Höhe ü. NNwenige Meter
Schneelastzone2 — sk = 0,85 kN/m², zusätzlich Lastfall Norddeutsches Tiefland
Windzone2 — vb,0 = 25 m/s
Schneelast auf 30 m² Dachfläche≈ 20 kN
Böengeschwindigkeitsdruck (vereinfacht)0,65 kN/m²

Drei Städte, drei verschiedene Nachweise: In München erhöht die Höhenlage die Schneelast, in Berlin und Hamburg kommt der außergewöhnliche Lastfall Norddeutsches Tiefland hinzu. Stuttgart (Zone 2, Windzone 1) zeigt, dass Schnee- und Windzone unabhängig voneinander abzulesen sind. Ein bundesweit identischer „Standard-Carport” kann nicht für alle Standorte optimal ausgelegt sein.

Häufige Fallstricke

Fallstrick 1 — Pauschale „Schneelast-Resistenz”. Viele Anbieter werben mit „hält 90 kg/m² Schnee aus”, ohne Lastkombination, Dachneigung oder Formbeiwerte zu nennen. Das ist Marketing, kein Nachweis.

Fallstrick 2 — Zone ohne Höhe. Die Zone allein reicht nicht: Oberhalb des Sockels kann sich sk mit der Geländehöhe vervielfachen.

Fallstrick 3 — Berechnung am Bodenniveau statt an Dachhöhe. Die Windgeschwindigkeit hängt von der Bezugshöhe ab; nahe am Boden ist die mittlere Geschwindigkeit geringer, die Turbulenzintensität Iv aber höher. Gerechnet wird mit der tatsächlichen Höhe der Überdachung.

Fallstrick 4 — Norddeutsches Tiefland vergessen. Wo die DIBt-Tabelle „Nordd. Tiefld.” ausweist, ist der 2,3-fache Wert der Schneelast als außergewöhnlicher Lastfall nachzuweisen.

Fallstrick 5 — Vergessenes Fundament. Eine gut dimensionierte Struktur auf einem unzureichenden Fundament ist ebenso nutzlos. Die Sunrak-Tragwerksplanung enthält ein Fundament- oder Verankerungsprinzip auf Basis Ihrer Bodenangaben; Herstellung und Ausführung der Fundamente liegen beim Kunden bzw. seinem Fachbetrieb.

Gilt an Ihrem Standort eine Solarpflicht, ändert das nichts an den Lastannahmen. Welche Pflichten je Bundesland gelten, lesen Sie im Ratgeber zur Solarpflicht auf Stellplätzen.

Was die Sunrak-Tragwerksplanung umfasst

Sunrak liefert ausschließlich maßgefertigte Metallkonstruktionen (eloxiertes Aluminium 6063-T5 oder feuerverzinkter Stahl Z275, Verbindungsmittel aus Edelstahl), montagefertig mit Anleitung — keine Module, keinen Wechselrichter, keinen Netzanschluss, keine Montage und keine Genehmigungsunterlagen. Die kostenpflichtige Tragwerksplanung vor dem Materialangebot umfasst:

  • Lastannahmen und anwendbare Wind-/Schneenachweise
  • Bemaßter Übersichts- und Aufstellplan
  • Fundament- oder Verankerungsprinzip nach Kundendaten
  • Stückliste und Montageanleitung
  • Eine Korrekturrunde innerhalb des ursprünglichen Umfangs

Ob für Ihr Vorhaben Standsicherheitsnachweise eingereicht oder durch einen Prüfingenieur bzw. Prüfsachverständigen geprüft werden müssen, richtet sich nach Ihrer Landesbauordnung; eine solche Prüfung ist im Sunrak-Leistungsumfang nicht enthalten. Die Tragwerksplanung wird vor dem Materialangebot separat beauftragt und bezahlt. Sie behalten Ihre projektspezifischen Pläne; die Netto-Planungskosten werden zu 100 % auf die Konstruktion angerechnet, wenn diese innerhalb von 90 Tagen für denselben Standort und Umfang bestellt wird und der Netto-Materialwert mindestens das Fünffache des Planungspreises beträgt.

Tragwerksplanung starten →

FAQ — DIN EN 1991 für PV-Tragstrukturen

Gilt die DIN EN 1991 auch für Carports unter 30 m²?

Ja. Die Lastannahmen gelten unabhängig von der Grundfläche, denn jede bauliche Anlage muss standsicher sein. Verfahrensfreie Garagen und überdachte Stellplätze (nach Musterbauordnung bis 30 m² Brutto-Grundfläche, in einigen Ländern mehr, etwa 50 m² in Bayern; jeweils außer im Außenbereich) brauchen lediglich keine Baugenehmigung — die materiellen Anforderungen bleiben bestehen.

Reicht das CE-Zeichen meiner Profile aus?

Nein. Das CE-Kennzeichen bezieht sich auf die erklärten Leistungen des Bauprodukts nach der Bauproduktenverordnung. Es ersetzt keinen Standsicherheitsnachweis für das konkrete Projekt. Ein Profil kann CE-gekennzeichnet sein und dennoch für Ihren Standort unterdimensioniert.

Was bedeutet das „a" bei Zonen wie 1a oder 2a?

Der Zusatz „a" bedeutet, dass die Werte der Zone 1 bzw. 2 — einschließlich der Sockelwerte — mit dem Faktor 1,25 erhöht werden. Welche Gemeinden betroffen sind, steht in der Zuordnungstabelle nach Verwaltungsgrenzen.

Wie wirkt sich die Solarpflicht auf den Statiknachweis aus?

Die Solarpflicht regelt, ob eine PV-Anlage errichtet werden muss — nicht, wie sie zu bemessen ist. Ob ein Bauantrag nötig ist und ob Standsicherheitsnachweise vorzulegen oder zu prüfen sind, ergibt sich aus der jeweiligen Landesbauordnung. Eine pauschale Herstellerangabe ersetzt in keinem Fall einen standortbezogenen Nachweis.

Sind Modulrandbereiche statisch kritischer?

Beim Wind ja: Rand- und Eckbereiche freistehender Dächer erhalten in DIN EN 1991-1-4 die ungünstigsten Beiwerte. Beim Schnee sind vor allem Verwehungen an Höhensprüngen, Aufkantungen und benachbarten Gebäuden zu prüfen, die DIN EN 1991-1-3 gesondert behandelt.

Mein Grundstück liegt auf 600 m ü. NN — wie ändert sich die Schneelast?

Oberhalb des Sockels steigt `sk` nach der quadratischen Formel des Nationalen Anhangs. In Zone 2 bei 600 m: `sk = 0,25 + 1,91 × (740/760)² ≈ 2,06 kN/m²`. In Zone 3 bei gleicher Höhe: `sk ≈ 3,07 kN/m²`. Die Bemessung muss von der tatsächlichen Geländehöhe des Standorts ausgehen.

Wie lange dauert die Statik nach Angebotsanfrage?

Für die Tragwerksplanung garantieren wir keine feste Frist. Der Zeitrahmen wird nach Prüfung der vollständigen Unterlagen (Standort, Maße, Fotos bei Dachmontage) genannt. Nach der Bestellung des Materials wird die Konstruktion in 7 bis 9 Wochen geliefert, Fertigung und Transport inbegriffen.


Weiterführende Themen:

DIN EN 1991StatikSolarpflicht

Ihre Konstruktion beginnt mit einer Planung.

Standortbezogene Berechnungen und Pläne, danach das Materialangebot. Die Pläne gehören Ihnen, ohne Kaufpflicht.