Kann man eine PV-Anlage auf Trapezblech ohne Bohren befestigen?
Ja, wenn die Profilgeometrie es zulässt. Auf Stehfalz- und Klemmrippendächern (z. B. Kalzip, Rheinzink) wird mit Falzklemmen ganz ohne Durchdringung montiert. Auf klassischem Trapezblech klemmt eine Profilklemme mechanisch auf der Hochsicke, ebenfalls ohne Perforation. Ob die Klemmkraft für Ihren Windsog reicht, zeigt erst der Nachweis: In exponierten Lagen und in den Rand- und Eckbereichen kann eine Verschraubung in der Hochsicke die sicherere Lösung sein.
Wird bei Trapezblech in der Hochsicke oder in der Tiefsicke verschraubt?
Immer in der Hochsicke (dem oberen Gurt). In der Tiefsicke läuft das Wasser ab: Jede Schraube dort ist ein Leck-Risiko. Verwendet werden Edelstahl-Bohrschrauben mit EPDM-Dichtscheibe, zum Beispiel 6,3 × 80 mm mit 19-mm-Scheibe, senkrecht gesetzt und nicht überdreht.
Welches Trapezblech eignet sich für eine PV-Anlage?
Grundsätzlich jedes intakte Stahltrapezblech, dessen Unterkonstruktion die zusätzlichen Lasten aufnimmt. Entscheidend sind Blechdicke und Profil: Je dünner das Blech, desto geringer der Ausziehwiderstand der Schraube. Bei dünnen Blechen wie 0,5 mm (Gartenhaus, Garage, Carport) wird meist durch das Blech in die Pfette befestigt; bei 0,75 bis 1,0 mm (Hallen, Gewerbe) ist die Befestigung direkt im Blech der Regelfall. Wer neu baut und PV plant, sollte die Blechdicke mit Blick auf die Befestigung wählen und die Tragwerksplanung früh einbinden.
Wie viele Befestigungen braucht ein PV-Modul auf Trapezblech?
Bei üblichen Schnee- und Windlasten sind 4 Befestigungen pro Modul ein typischer Wert. In exponierten Lagen (Küste, Höhenlagen) und in den Rand- und Eckbereichen des Dachs steigt die Dichte auf bis zu 6 Befestigungen pro Modul. Den genauen Raster legt der Nachweis nach DIN EN 1991 fest.
Wie wird die Verschraubung auf dem Trapezblech abgedichtet?
Mit einer EPDM-Dichtscheibe unter dem Schraubenkopf und, je nach System, einem EPDM-Band unter dem Halter. Die Scheibe muss plan aufliegen und darf beim Anziehen nur leicht gestaucht werden. Bohrspäne vom Blech entfernen, sonst entstehen Rostflecken auf der Beschichtung.
Kann ich ein Balkonkraftwerk auf Trapezblech oder auf dem Gartenhaus montieren?
Technisch ja, mit denselben Regeln: Befestigung in der Hochsicke oder bohrfreie Klemmung, Windsog nicht unterschätzen. Der Schwachpunkt beim Gartenhaus ist meist die leichte Holz-Unterkonstruktion mit dünnem Blech. Ehrlich gesagt: Für zwei Module lohnt sich eine projektbezogene Tragwerksplanung selten. Sunrak verkauft keine Standard-Bausätze zum Festpreis, sondern Planung plus maßgefertigte Unterkonstruktion. Das ist sinnvoll, wenn die Tragreserve knapp ist, die Lage exponiert ist oder mehrere Dächer belegt werden.
Wie montiere ich PV-Module auf Wellblech?
Wie beim Trapezblech nur auf dem Wellenberg, nie im Wellental. Wegen der runden Welle braucht der Halter eine passende Auflage (Kalotte oder Abstandhalter), damit die Dichtscheibe sauber aufliegt und das Blech beim Anziehen nicht eingedrückt wird. Bei dünnem Wellblech wird in die Unterkonstruktion befestigt.
Wie führe ich die PV-Kabel durch ein Trapezblechdach?
Über eine eigene Dachdurchführung für Trapezblech, die in der Hochsicke sitzt und mit einer EPDM-Manschette abgedichtet ist, oder seitlich über Ortgang und Traufe ohne Durchdringung. Die Kabelführung gehört zur Elektroinstallation Ihres Fachbetriebs und ist nicht Teil des Sunrak-Lieferumfangs.
Was liefert Sunrak und was nicht?
Sunrak plant und liefert die maßgefertigte Unterkonstruktion: Aluminium 6063-T5 eloxiert oder verzinkter Stahl Z275, Verbindungsmittel aus Edelstahl, montagefertig mit Montageanleitung. Nicht enthalten sind PV-Module, Wechselrichter, Netzanschluss und Montage. Vor jedem Materialangebot steht eine bezahlte
Tragwerksplanung (Compact bis 12 kWp, Projekt über 12 bis 50 kWp für 890 € netto, Pro über 50 bis 100 kWp für 1.490 € netto). Bestellen Sie die Konstruktion innerhalb von 90 Tagen für denselben Standort und Umfang und erreicht der Netto-Materialwert mindestens das Fünffache des Planungspreises, werden 100 % des Netto-Planungspreises angerechnet. Die bezahlten Pläne gehören Ihnen.